Veröffentlicht am 12.05.2026 / 00:01
1940 in der Schweiz, 1945 in Deutschland – zwei Fälle, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Auf einem Bauernhof in Ramiswil essen Soldaten gemeinsam mit der fünfjährigen Marianne Lisser zu Abend. Mehlsuppe und Käsebrote aus der Feldküche. Ein ganz gewöhnlicher Moment – bis kurz darauf mehrere Menschen schwer krank werden. Fünf Jahre später in Kiel: Der Krieg ist vorbei, doch Nahrung bleibt knapp. Als der siebenjährige Jobst von Saldern mit seiner Familie ein selten reichhaltiges Essen bekommt, Reibekuchen mit Apfelmus, scheint es ein besonderer Abend zu sein. In der Nacht wird ihm schlecht. In beiden Fällen sind die Symptome ähnlich. Wochen später folgen Lähmungen und Spasmen. Die körperlichen Folgen bleiben ein Leben lang – mehrere Menschen in der Schweiz und in Deutschland teilen dieses Schicksal. Doch warum wurden aus einfachen Mahlzeiten solche Tragödien?