Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Der Hamburger Sülzeaufstand

Veröffentlicht am 11.08.2026 / 00:01

Anmerkungen

Es ist der Morgen des 23. Juni 1919, ein warmer Sommertag in der Hamburger Altstadt. In der Kleinen Reichenstraße wuchtet der Herr Rüssau schwere Holzfässer auf seinen Lieferwagen. Sie kommen aus dem Keller der Fleischwarenfabrik Heil & Co. und sollen als Dünger auf die Felder vor der Stadt gebracht werden. Doch dann rutscht Herr Rüssau eines der Fässer ab. Es zerbertest auf dem Pflaster und eine stinkende, breiige, undefinierbare Masse ergießt sich auf die Straße. Allen ist sofort klar, das Gerücht, das seit Wochen durch das Viertel geistert, muss wahr sein: Der Fleisch-Fabrikant Jacob Heil produziert Sülze aus Fleischabfällen. Keine 48 Stunden nach dem Herr Rüssau das Fass aus den Händen rutscht, herrscht in Hamburg der Ausnahmezustand. Eine Woche später marschieren über 10.000 Soldaten in die Stadt ein. All das wegen der angeblich gammeligen Sülze.